OWK´s Blog

Ohne weiteren Kommentar ?

Tantrische und andere Flüge …

13.05.08 (Persönliches)

Hi All,

jo, da bin ich wieder, zurück aus dem hohen Norden und will mal bisschen “berichten”.

Am Donnerstag flog ich nach Hamburg, weiter über Lüneburg und dann in einen kleinen Ort abgeschieden in der Lüneburger Heide fand der Seminarblock statt. Schon seit Mittwoch Abend war die Gruppe dort, ich begann dann mit ihnen erst Freitag morgen.

Was für eine tolle Gruppe, echt !! Schon langsam zusammengewachsen, hatten schon diverse Jahrestraining hinter sich, und nun bei Silvio als “Maithuna-Jahresgruppe”, und ich diesmal als Gastlehrer. War wirklich schön mit diesen Menschen zu arbeiten, schöne intensive Rituale mitgestaltet, einige waren schon früher bei meinen Seminaren dabei, rundum Natur, tolles Essen, wirklich gelungen. Nähere Details zu diesem Training: hier. Kann übrigens jedem, der an Tantra interessiert ist, wirklich herzlich meine Freunde von” Secret-of-Tantra” empfehlen.

Sonntag gab ich vormittag noch spezielle Einweihungen (Kobra-Atem) und Satsang, um 15 Uhr war dann Abreise, und erst um 24 Uhr kam ich zu Hause an. Schuld daran war ein “Flugerlebnis der anderen Art”:

19:10 - geplanter Abflug Flughafen Hamburg, kleine Warteschleife vor der Abflugbahn.

19:15 - wir sind dran. Beschleunigen voll, mindestens 15 Sekunden volle Fahrt, sicher schon jenseits der 200km/h, ich erwarte jeden Moment das “Abheben”.

Vollbremsung! Peng. Ein heftiger Ruck geht durchs Flugzeug, innerhalb weniger Mikrosekunden von Vollbeschleunigung auf Vollbremsung. Ich presse Arme und Beine gegen den Vordersitz, “hänge im Gurt”, warte. Er bremst und bremst und bremst. Dauert “ewige geschätzte und gefühlte 20 Sekunden”, bis er wirklich langsamer dabei wird. In dieser Zeit dann Gedanken wie “oh scheisse - hoffentlich tuscht es nicht gleich wo dagegen”. Muss ja einen Grund haben. Startabbruch kurz vorm abheben: *Noch nie erlebt hab*.

Man sieht nicht nach vorne, und weiss nicht… - steht da ein anderes Flugzeug? Ein Bus vielleicht? Oder geht es sich gewichtmässig nicht aus? Rollen wir jenseits der Startbahn in die Wiese? Oder gar in Bäume, Häuser ?? Man sieht nichts …

Irgendwann dann, nach etwa 20-25 Sekunden die Durchsage “normal Condition”. Ich schliesse daraus, daß wir nicht mehr gegen irgendetwas dagegenprallen, sondern die (etwaig vorherige) Gefahr nun “gebannt” ist. Langsam fährt der Flieger in eine Seitengasse neben der Startbahn und bleibt stehen. Dann auch gleich die Erklärung: Der Tower hat aus Sicherheitsgründen den Start im letzten Moment abbrechen lassen, da wir anscheinend die Bahn eines landenden Fliegers kreuzten und der Sicherheitsabstand zu klein war. Wie nah es war: Keine Ahnung. Kenn mich da nicht aus. Paar Meter? Paar 100 Meter? Gefährlich oder nicht gefährlich? Keine Ahnung! Jedenfalls geht Sicherheit vor, klar, und dafür war ich in diesem Moment auch sehr dankbar.

Dann die Meldung: “Wir sollen uns nicht wundern wenn gleich ein paar Feuerwehrautos kommen mit Blaulicht”, weil die Bremsen (und Räder?) wurden natürlich viel zu heiss und “müssen nun überprüft und gemessen werden”. Irgendwann schaltet Pilot die Triebwerke ab, da die Bremsen tatsächlich sehr heiss liefen, bittet uns sitzen zu bleiben und zu warten (und das einem Raucher!!).

Dann die Meldung, während schon Feuerwehr rundherum steht, daß es wohl länger dauern würde, da sich bei so einer Vollbremsung (war wirklich heftig !!) massiv Energie in den Bremsen aufstaut und die Bremsen noch immer heisser werden. Wir sollen nun aussteigen, zurück zum Terminal, abwarten. Über Feuerwehrleitern (!) verlassen wir Nahe des Rollfelds den Flieger … mit Bussen werden wir zurückgebracht. Angeblich muss man langsam kühlen, weil eine Schockkühlung das Material schädigen könnte.

Zurück im Terminal erkundige ich mich, wo man da rauchen kann. Sonst haben wir ja keine Info wie lange das dauern könnte. In der Zwischenzeit schon paarmal mit meiner Freundin in Wien telefoniert, die ich ja noch diesen Abend treffen wollte. Im Internet von ihr gucken lassen, wann die letzte Bahn fährt. Langsam zweifel, ob ich wirklich nochmal in den Flieger steigen möchte … und diese Ungewissheit. Beim dritten Versuch lässt man mich den Bereich verlassen, damit ich mal “kurz” in die Raucherkabine des Flughafens flüchten kann … fast 10 Fussminuten entfernt. Dort schnell eine durchgezogen … “das wars mir jetzt wert” … - am Weg zurück ein Internetterminal, schnell mal gucken, wie am Sonntag meine Hattrick-Mannschaft ( www.hattrick.org ) gespielt hat. Hab gewonnen, geil.

Durch Fenster des Flughafens sehe ich von der Ferne, wie unser Flieger von der Feuerwehr abgeschleppt wird. Hmmm …

Zurück zu C13 …. - ähm. Keine Leute mehr da. Alle wech.

Frage an eine Kellnerin des dortigen Terminal-Buffet …. “die sind jetzt bei C18″. Aha. Ich nun schnellen Ganges dorthin. Komme als Letzter gerade noch durch, schnell Anruf bei Freundin “wir starten gleich - keine Zeit für weitere Erklärungen, muss Handy wieder abschalten”. Keine Zeit um nachzudenken “will ich nu oder will ich nu nicht”. Ich machs einfach … irgendwie genug vom “Stress” und die Aussicht, die (kleine?) Chance doch in ner guten Stunde in Wien zu sein … - okay, ich steig ein.

Beim Einsteigen stellen wir alle fest: Neuer Flieger. Vorher wars ne Boing, jetzt ist es ein Airbus. Auch meine Sitzreihe (ziemlich weit hinten) gibts hier gar nicht, Flugzeug etwas kürzer. Ich sitz halt “irgendwo”. Ziemlich neues Flugzeug. Fast so, wie wenn man ein neues Auto kauft… alles noch frisch, das Plastik den Geruch von “neu”.

Pilot auch ausgetauscht, Flugbegleitung anscheinend die Selbe. Normaler Flug. Also relativ normaler Flug. Start okay, geht “nur” auf etwas über 8000 Meter (statt um die 11000 wie normalerweise), fliegt laut Pilot “Vollgas”, damit wir “möglichst schnell” in Wien sind und “nicht so viel Zeit verlieren”. Mir egal … mir viel wichtiger “möglichst sicher”. Aber okay, eine Stunde “Vollgas” auf (relativ) “niedriger Höhe”. Paar Kurven, Landung tatsächlich nach nur etwas mehr als einer Stunde Flugzeit um ca. 22:15 (also nichtmal 2 Stunden “Verspätung”). Hat locker 10-15 Minuten Flugzeit gespart. Bisschen mulmig der Flug und bei allen Leuten, aber sichere Landung, aufatmen !!!

Boah, ey !!

Also die 20 Sekunden in der Bremsphase waren heftig. Aber nichts ist passiert … und so hat man da halt dann wenigstens was zum Erzählen… (positiv gesehen).

Jedenfalls hab ich das “nichts ist passiert” dann in einer Bar des Nächtens in Wien noch begossen, das musste dann sein!

Also ehrlich … ich fahr lieber mit Schiff, Bahn, Auto, Bus. Schiff sogar ganz besonders. Nur leider wohn ich halt in einem “Binnenstaat”. Gibt aber ein Schnellboot nach Bratislava, die Donau runter, vielleicht test ich das ja mal. Zumindest geht das alles gemächlicher, und wenn mal die Maschinen ausfallen, okay, dann stoppt das Ding. Und man steigt aus. Oder geht schwimmen. Aber fliegen: kann ich eigentlich nücht.

Nuja …

Hab ich schon mal erzählt, daß ich mal ein ganzes Flugzeug “rettete” ?? In Paris, Flug nach Indien, 1999. Ein Leck in der Tragfläche. Benzin rausgeschossen (oder was die da halt so “tanken”) beim Gasgeben. Ich sass am Fenster und hab das bemerkt. Und nem Flugbegleiter gemeldet, kurz vorm Start, schon auf der Startbahn. Er: “nö, das ist ganz normal - kein Problem”. Dann telefoniert er diskret nach vorne. Zirka 10 Minuten später waren wir von mindestens 20 Feuerwehren mit Blaulicht umringt. Aussteigen. Ging nix mehr. Bezahlte Übernächtigung für alle Passagiere im Eurodisney.

Ich sollt glaub ich nur Bahnfahren. Oder mit Ufo’s fliegen - aber die kommen ja auch nur so selten vorbei, und bieten keine Mitfahrgelegenheit. Ich glaub, ich kauf mir ein Handtuch…. ;-) (*g*).

theEd

PS: und *ähm*, Schande über mich, nach all dem Trubel hab ich doch glatt vergessen zu erwähnen, daß ich in Lüneburg vor dem Rückflug noch ne Stunde Pause machte, um meine dort lebenden lieben Freunde Jens (aka “Marionette”) und Christina (aka “Chela”) zu treffen….

2 Kommentare

  • 1
    Mario Nette:

    Hey Edgar!
    Das ist ja n Ding! Und ich hab Dir noch einen guten Flug gewünscht…
    na ja hätt ja schlimmer kommen können.
    Danke für die spannende Story!
    liebe Grüße
    Jens

  • 2
    Walburga Gerwing:

    Lieber Edgar,
    eigentlich ist dein Erlebnis ja nicht wirklich zu lachen, aber ich habe mich köstlich amüsiert und schallend über deinen Bericht gelacht. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Aber es ist sehr schön, dass euch / dir nichts passiert ist und alle irgendwie gut angekommen sind. Und du hast eine Geschichte mehr.
    Lieben Gruß
    Walburga ( letztes Wochenende Lüneburger Heide)

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