OWK´s Blog

Ohne weiteren Kommentar ?

Politik, Wirtschaft, Soziales

09.03.08 (Persönliches, Philosophie, Politik, Wirtschaft)

Seit einiger Zeit beobachte ich interessiert die politische und wirtschaftliche Weltlage.

Als Aussteiger auf einer Kanareninsel kümmert einen ähnliches ja recht wenig. Seit ich aber zurück bin in Mitteleuropa, und auch mit vielen ganz normal integrierten Menschen zu tun habe, arbeitenden Menschen, und auch arbeitslosen Menschen (bedingt z.b. durch die diversen Kurse die ich da mache), hat sich für mich ein Feld eröffnet, mit dem ich eigentlich schon lange abgeschlossen hatte: Politik, Wirtschaft, Soziales, Gesellschaftspolitik.

Ich habe hier in den letzten Jahren sehr viel nachgeholt, Wissenslücken geschlossen, verglichen, gelesen, studiert und geforscht. Im Internet, mit Menschen, in den täglichen Ereignissen und Nachrichten.

Es ist schon eine interessante Reise, seit damals vor bald 10 Jahren. Und es ändert sich beständig, bleibt niemals gleich. Nach der absoluten Gleich-Gültigkeit der ersten Jahre nach der Erfahrung, im Wissen alles ist Gott und okay und gut, wie es ist - niemals etwas “falsch” - ist doch nach vielen Schritten langsam auch mein politischer Geist und mein soziales Gewissen wieder erwacht.

All diese Berichte zu lesen, diese Schicksale kennenzulernen, dieses System wieder “von innen” zu sehen: tut weh. Und empört. Schafft persönliche Anteilnehme, am Geschehen in der Welt. Lässt mich: solidarisieren. Mit den Armen, den Schwachen, den Unterdrückten und Ausgebeuteten.

Natürlich könnte man fragen: Wozu? Genauso kann man antworten: Warum nicht!

Wenn alles okay ist, ist auch Rebellion okay. Ist auch Kritik okay. Ist auch Veränderung okay. Und der Wille zur Veränderung: ebenfalls okay. Es mag sein, daß es nichts zu gewinnen gibt, aber es gibt noch viel mehr: nichts zu verlieren. Ein spirituelles Leben mag bedeuten, sich in einer Höhle zurückzuziehen und meditierend auf den physischen Tod zu warten. Ein genauso mögliches spirituelles Leben mag bedeuten, sich in dieses Spiel zu begeben, gerade mit dem Wissen, daß nichts verloren werden kann, und einen Sinn zu erfüllen, den man sich selbst gibt - und der meinetwegen am Ende wieder genommen wird. Einen Traum zu leben, der zwar schemenhaft bleibt, aber mit einer Rolle, die zumindest Menschlichkeit, Wärme und Nächstenliebe beinhaltet. Eben *weil* es egal ist.

Aus diesem Grund wird Edgar/OWK in nächster Zeit mehr und mehr auch politische Beiträge schreiben und die aktuelle Weltlage kommentieren. Einfach weil es mir Spaß macht und Freude bereitet … und mich gewisse Zustände durchaus (wieder) empören.

Ich erinnere (mich) daran, als Papaji’s Familie in Pakistan in Kriegswirren unterzugehen drohte, und er zu Ramana sprach: “Wenn alles Illusion ist, wozu soll ich dann dort in dieses Kriegsgebiet gehen und meine Familie retten? Welche Familie? Wessen Familie? Es ist doch alles nur Schein”. Und Ramana antwortete: “Wenn alles Illusion ist, dann kannst du auch in ein Kriegsgebiet gehen, und deine Familie retten - du hast nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen”. (Okay, das war jetzt mal sehr frei und romantisch von mir überliefert ;-) - aber genau das ist der Punkt!)

Viele Jahre habe ich Osho in seiner Gesellschaftskritik nicht (mehr) verstanden. Wie denn auch … - in einer Welt voller Gott Gott zu kritisieren, welchen Sinn hätte das gemacht? Langsam begann ich ihn wieder zu verstehen.

Unter diesem Zeichen werden einige der nächsten Beiträge entstehen…

Edgar

Ein Kommentar

  • 1
    Aha :-) - Pisa-Politik | Politiklive:

    […] erarbeitet sie sich oder klaut sie jemandem. Z.B. der Erde (Ressourcenausbeutung), oder man bürdet umgekehrt Kosten anderen auf, die man selber tragen müßte (Umweltverschmutzung etc.). > > Bei einer […]

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